Offener Brief an Straßen.Nrw

In den letzten Tagen fahre ich durch die Lande, und mir kommen als Mensch mit grüner Seele fast immer wieder die Tränen, wenn ich die vielen gefällten Bäume neben Straßen und Autobahnen sehe.

Natürlich müssen die Straßenränder gepflegt und frei gehalten werden, und natürlich geht es auch um die Sicherheit der Autofahrer! Nur: angesichts des nicht mehr zu leugnenden Klimawandels und der aktuellen Diskussion über die Wichtigkeit von Bäumen beim Umwandeln von CO2 (die dafür ein gewisses Alter und einen gewissen Umfang haben müssen) frage ich mich jedes Mal, warum die öffentlichen Verwaltungen anscheinend sehr oft nötiges Fingerspitzengefühl bei solchen Maßnahmen missen lassen.

Erst im Dezember sind an der B 70 in Rheine Bäume gefällt worden, die unter anderem als Sicht- und Lärmschutz für den Friedhof Königsesch zur viel befahrenen Bundesstraße hin wirkten. Laut Rückfrage der Grünen im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Rheine am 17.12.19 hat es keine Abstimmung zwischen der Stadt Rheine und dem Landesstraßenbauamt gegeben. Wütende und enttäuschte Bürger haben daraufhin ihren Unmut in Leserbriefen und auf Facebook kund getan.

Fragt man sich als interessierter Bürger doch, warum es keine Abstimmung zwischen Straßen.NRW und den betroffenen Städten und Gemeinden gegeben hat und offensichtlich nicht gibt. Das wäre doch das Mindeste, was passieren müsste! Oder sind die Verantwortlichen bei Straßen.NRW so ignorant, dass es ihnen egal ist, wie ihre Baumfällaktionen bei der Stadt und den Bürgern ankommt?

Straßen.NRW schreiben auf ihrer Homepage, dass sie ein modernes Dienstleistungsunternehmen sind und „kundenorientiert“ und „bedarfsgerecht“ arbeiten. Ich frage mich, wer hier die „Kunden“ sind und an welchem Bedarf sie sich als Teil der Landesverwaltung orientieren. Am Bedarf des Bürgers und des akuten Klimawandels anscheinend ja wohl nicht.

Astrid Meiners

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